Hallo, ich bin Cornelia Höllger und in der BI UNSER WASSER. Unsere BI ist überparteilich und unabhängig. Wir sind weder schwarz, noch rot, noch grün, noch gelb, noch haben wir eine andere Farbe. Alles, was authentisch über uns zu wissen ist, findet man auf unserer Homepage.

Unsere Ziele sind:

Wasserversorger in kommunale Hand
Keine weitere Privatisierung des Wassers (z.B. durch Coca-Cola)
absoluter Schutz der letzten sauberen Trinkwasser-Reservoire in Niedersachsen

„Von dieser Woche an leben wir auf Pump – zulasten künftiger Generationen. Wasser, Wälder, Böden, saubere Luft – rechnerisch können sich die Ressourcen, die die Menschheit seit dem „Erdüberlastungstag“ an diesem Wochenende (29./30.08.2020) für den Rest des Jahres verbraucht, nicht mehr regenerieren.“ (Quelle: LZ Leitartikel von Steven Geyer vom 24.08.2020)

CC mit seiner Tochtergesellschaft Apollinaris Brands ist ein weltweit agierender Konzern. Dieser Konzern ist in allen Ländern der Welt vertreten, bis auf Kuba und Nordkorea.
Hier in Lüneburg geht es um „VIO“. Nach Aussage von CC wird „VIO“ ausschließlich in Deutschland vertrieben. Mir wurde aber von Augenzeugen erzählt, dass sie VIO auf Flughäfen in Dubai, Südafrika und Kanada gesehen haben. Ich wüsste gern, ob das stimmt. Diese Frage möchte ich auch bei der Bürgersprechstunde von CC im September an der Bohrstelle beantwortet bekommen.

Aber selbst, wenn VIO nur in Deutschland vertrieben wird, bedeuten der Transport und die Herstellung eine Belastung für die Umwelt. Diese Belastung ist aus unserer Sicht überflüssig. Unser Trinkwasser aus der Leitung ist das am besten kontrollierte Lebensmittel. Es werden höhere und strengere Anforderungen an Leitungswasser gestellt als an Mineralwasser in Flaschen.

Der Absatz von VIO seit 2016 hat sich von rund 50 Mio Litern bis 2018 auf rund 300 Mio Liter versechsfacht. Wo soll das noch hinführen? Wir wollen hier in Lüneburg kein zweites Vittel werden!
“Vittel ist als französische Mineralwassermarke international bekannt. Dass Nestlé dahinter steht, wissen die wenigsten. Bereits 2/3 der Agrarflächen im Wasserschutzgebiet von Vittel sind im Besitz des Schweizer Großkonzerns. So wie dort die Landwirte bereits Wasser für ihre Tiere herbeischaffen müssen, sollen auch die Anwohner von Vittel bald nur noch Wasser über eine Pipeline bekommen.“ (Quelle: Weltzeit Archiv, Beitrag vom 13.02.2019, online). „Durch die Produktion von Nestlé … dort sinkt der Grundwasser-Spiegel jährlich um etwa 30 Zentimeter.“ (Quelle: zdf heute, Tugay Turnay: Stadt Vittel kritisiert Nestlé, online)

Das Coca-Cola Werk in Lüneburg wurde in der letzten Zeit ausgebaut. Es wurde ausgebaut, um jährlich 700 Mio Liter Tiefengrundwasser verarbeiten zu können. Eine Genehmigung liegt aber erst für 350 Mio Liter vor. Nun wird argumentiert, dass das Coca-Cola Werk ohne die Genehmigung des dritten Brunnens nicht ausgelastet sei. Und dass das eine schlechte Nachricht für den Standort Lüneburg sei. Wie passt das zusammen mit der Aussage der Pressesprecherin von CC?: Wir können doch nicht mit etwas planen, was wir nicht haben. Auch diese Frage möchte ich gern an der Bohrstelle beantwortet haben.

Dass das Geschäft mit Wasser in Flaschen einträglich ist, wurde schon mehrfach dargestellt. 0,009 Cent für einen Liter bezahlt CC, im Verkauf kostet eine 0,5l-Flasche im örtlichen Handel in Lüneburg 0,67 Euro, für einen Liter also 1,34 Euro.
Dieses Geschäft möchten sich CC und die Mineralwasser-Hersteller allgemein gern sichern.

So ging der Verband Deutscher Mineralwasser-Hersteller gegen 16 bayerischen Gemeinden juristisch vor. Per einstweiliger Verfügung sollte den kommunalen Wasserversorgern etwas verboten werden. Und zwar sollten die Gemeinden nicht mehr behaupten dürfen, ihr Leitungswasser sei gesund. Die Sorge der Mineralwasser-Hersteller war: „Warum soll ich denn noch
Mineralwasser kaufen, wenn das Leitungswasser genau so gut ist?“ Dieser Versuch ist glücklicherweise bislang nicht erfolgreich gewesen. Allerdings könnte der Verband Deutscher Mineralwasser-Hersteller noch in eine nächste Instanz ziehen.
Soweit zum Thema Privatisierung von Wasser und seiner möglichen Folgen.

CC darf im Stadtgebiet bis zum Jahr 2041 350 Mio Liter Wasser fördern. Damit sind 190 Arbeitsplätze verbunden. Mit der beantragten Verdoppelung auf 700 Mio Liter im Landkreis sollen ca. 20 Arbeitsplätze hinzukommen. Man erkennt ein Missverhältnis.

Zum Schluss komme ich zu den 118 Mio Litern kostbaren Tiefengrundwassers, das ungenutzt in einen Bach abgeleitet werden soll. Dieser Bach ist der „Kranke Hinrich“, dieser mündet in den „Hasenburger Mühlenbach“, dieser in die Ilmenau und diese dann in die Elbe. Das ist im genehmigten Pumpversuch so vorgesehen. Dieses Wasser wird also im Meer landen und nicht, wie CC behauptet „sicher in den natürlichen (Süßwasser-) Kreislauf zurückgeführt“.(Quelle: Info-Serie zum VIO Brunnen, LZ 15.08.2020)

Und zum Abschluss möchte ich die Ziele der BI UNSER WASSER noch einmal herausstellen:

Wasserversorger in kommunale Hand
keine weitere Privatisierung des Wassers (z.B. durch CC)
absoluter Schutz der letzten sauberen Trinkwasser-Reservoire in Niedersachsen

“Wasser ist ein Menschenrecht! Die Weltbevölkerung wächst, der Bedarf an Wasser auch. Bis 2050 wird laut Vereinten Nationen die Nachfrage um 55 Prozent steigen. Und auch der Klimawandel befeuert den Wasserstress. Jedes Wasser ist schon heute kostbar, nur eines ist es nicht: selbstverständlich.“(Quelle: Stiftung Warentest 8/2020)

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