Klimawandel und die Auswirkungen auf unser Wasser
Liebe Lüneburger, mein Name ist Marianne Temmesfeld und ich bin Mitglied der BI UNSERWASSER IN LG
Der Klimawandel findet nicht nur woanders statt, in der brennenden Arktis in Sibirien, in den Überschwemmungen Afghanistans, Chinas und Pakistans, sondern auch bei uns. – Das muss inzwischen ALLEN klar sein, nachdem wir wieder wochenlang große Hitze erlebt haben.
Künftig werden die Sommer immer heiß sein, aus den Böden verdunstet alles Wasser schnell. Die Landwirte hier bei uns beklagen bis zu 1/2m tiefe Bodenrisse, wie wir sie sonst nur aus Bildern aus Afrika kannten. – In den Wintern regnet es zu wenig. Nur der Februar war in den letzten 12 Monaten ein nasser Monat, drei waren durchschnittlich, die übrigen zu trocken. Das Frühjahr – das 7. zu trockene in Folge! – bringt die Fruchtbildung durcheinander und der 3. Dürresommer bedroht die Wälder auch in Norddeutschland, senkt die Ernteerträge, bringt zu wenig Futter für Weidetiere.
In Niedersachsen –hier bei uns- ist es viel zu trocken! Bis 1,8m ist der Boden ausgetrocknet, die Grundwasserspiegel sind überall um 25 cm abgesunken wie uns die aktuellen Untersuchungen des NLWKN zeigen. – Der Dürremonitor des Helmholtz-Institutes weist bei uns dunkelbraunrot gefärbte Flächen zum Zeichen extremer Trockenheit auf.
Jeder kann die abgesunkenen Flusspegel und austrocknende Seen beobachten. Moore trocknen aus und geraten leicht in Brand, was die Erderwärmung noch mehr beschleunigt, da hier nicht nur das gebundene CO² frei wird, sondern auch Methan, das noch schlimmer auf die Atmosphäre wirkt und die Brände unterhält. – Das Artensterben wird beschleunigt. Tropische Insekten können sich hier vermehren und Krankheiten übertragen, die es hier bisher noch nicht gab.
Auf der anderen Seite gibt es Starkregen und Unwetter – oft lokal begrenzt, die große Schäden anrichten. In die ausgetrockneten Böden dringt kaum Wasser ein, es fließt oberflächlich ab und schwemmt oft noch die Erdkrume weg.
Das bedeutet: es wird längst nicht mehr so viel Grundwasser gebildet wie früher! Bis 2040 geht die Grundwasserneubildung um mindestens 30% zurück, während der Bedarf an Wasser um etwa 25% steigen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde übrigens bereits die Wasserentnahme aus ersten beiden Brunnen, aus denen Coca Cola in Lüneburg abpumpt, bewilligt. – Aufgrund von längst veralteten Daten!!, die nicht mehr für diese Verfahren genutzt werden dürften, denn es gibt aktuelle, stark abweichende Daten und wissenschaftliche Prognosen! Die Aussagen von Coca Cola selbst in Ihrer sog. Vio-Information zur Grundwasserneubildung sind schlichtweg falsch!!!
Die Grundwasserneubildung in der Tiefe, aus der der 3. Brunnen Wasser fördern soll, kann in dieser Qualität nicht mehr erfolgen, nicht nur wegen der fehlenden Regenmengen, sondern auch , weil es nicht mehr möglich sein wird, Spuren menschlicher Einträge zu vermeiden.
Stolz hat der Verband der Wasserversorger bisher verkündet, dass es noch nicht nötig gewesen sei, irgendwo in Deutschland den Wasserhahn abzudrehen. Diese Zeiten sind vorbei!!! Die Einwohner von Vögelsen können davon berichten, wie es ist, wenn nur noch ein dünnes Rinnsal aus dem Hahn fließt. Und in Lauenau, wo gemeinsame Grundwasserleiter von Niedersachsen und NRW das Trinkwasser liefern, ging gar nichts mehr. Die Feuerwehr lieferte Brauchwasser- aber ?Trinkwasser? Das durften sich die Menschen für teures Geld im Supermarkt kaufen, Wasser, das man ihnen zuvor aus ihren Böden abgepumpt hat. Versorgungssicherheit sieht anders aus!
Gestern konnte man als Zuschauer der Ratssitzung erleben, wie durch Geschäftsordnungsakrobatik erreicht wurde, dass das Thema Trinkwasser in einen Ausschuss verwiesen wurde, was formal aber auch nicht einmal möglich war!!! Dass dieses Thema seit Wochen die Lüneburger Bürger intensiv beschäftigt, scheint unsere Volksvertreter nicht soweit zu bewegen, dass sie ihre Tagesordnung ändern können. Was ist den Ratsmitgliedern die Meinung ihrer Bürger wert?
Politiker – es reicht nicht, bestimmte Bereich zu begrünen! -Damit schloss der OB Mädge das Thema Umwelt ab!
Was muss denn noch geschehen, damit unsere Politiker und Verwaltungen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und die Veränderungen unserer Welt wahrnehmen?
Heute kann man keine Entscheidungen für die Zukunft mit Daten von vorgestern treffen!
Lüneburger, diese Politiker wollen gewählt werden, wissen Sie wirklich noch wofür?!
Wehren Sie sich dagegen, dass Ihre Enkel vielleicht auch das Wasser im Supermarkt kaufen müssen, wie schon in vielen Gegenden, in denen auch Coca Cola Brunnen gebohrt hat!
Vielen Dank!

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